Mittwoch, 21. November 2007

Ich staune immer wieder wie naiv die Menschen in Bezug auf ihre Zukunft sind. Spiegel Online zitiert eine amerikanische Studie, die einen Kollaps des Internet vorhersagt.

Ein Zitat
Einer Studie des US-Marktforschungsunternehmens Nemertes zufolge investieren die Unternehmen zu wenig. Wenn nicht bald mehr Geld in den Ausbau der Internet-Zugangsinfrastruktur investiert wird, könnte sich das Web bald selbst im Wege stehen. Schon 2010 droht der Web-Infarkt.

Ich muss schmunzeln ja lachen ,wenn ich so etwas höre. Diese Prognosen erinnern mich an das Jahr 1995, als das Thema Internet mit World Wide Web Sommerlochfüller Nummer eins wurde. Schon damals wurde der Zusammenbruch des Internet prophezeit. Und zwar ziemlich genau 2 Jahre später sollte es soweit sein. Damals gab es auch Gründe,um an den Misserfolg des neuen Mediums zu glauben. Die Verbindungen waren langsam und an den kommerziellen Erfolg glaubten nur ein paar Verrückte wie der Gründer von Amazon, ebay etc. Weit in der Ferne lag das Video Streaming. und die superschnellen Java Portale mit AJAX , POJO etc. Java war damals bestenfalls ein Geheimtipp für Freaks. Man diskutierte über die Vorzüge des Netscape Navigators gegenüber Mosaik ( = älterer Browser).
Im Unterchied zu damals sind heute die Verursacher des angeblichen kommenden Kolappses schnell ausgemacht- die Nutzer des Internet.
Hier das nächste Zitat:

Schon heute verbrauchen einzelne Internet-Anwendungen extrem hohe Anteile der weltweit zur Verfügung stehenden Bandbreite. Nach Angabe des Bundesverband Breitbandkommunikation e. V. (Breko) ist allein YouTube mit seinen Online-Videos für zehn Prozent des gesamten Internet-Datenverkehrs verantwortlich. Diese Annahme untermauern Marktzahlen von Comscore. Demnach haben knapp 75 Prozent der US-Internetnutzer im vergangenen Mai im Durchschnitt 158 Minuten lang Internetvideos angesehen.


Im weiteren Verlauf des Artikels werden "wissenschaftliche" Details bekannt gegeben.
Im schlimmsten Fall, so die Forscher, könnte es zu einer Art "Internet-Singularität" kommen, einem Zeitpunkt, an dem die Entwicklung des Internet zum Stillstand kommt oder sich gar zurückwendet. Die Anwender würden sich in die Zeiten der Einwahlverbindungen zurückversetzt sehen, so die Befürchtung. "Man könnte mehr als einen Versuch brauchen, um einen Online-Einkauf zu tätigen, und es würde länger dauern, die neuesten YouTube-Videos herunterzuladen", argwöhnen die Autoren.

Liebe Autoren von SO und liebe Autoren der Studie. Ich könnte wetten, dass Ihr alle schon wieder unrecht habt, ähnlich wie 1995 und ähnlich wie in den siebziger Jahren, als das baldige Austrocknen der Ölquellen prophezeit wurde.
Die Menscheit wird es schon richten und die Netzkapazitäten erweitern. Und eine Scharzmalerei ist eines Wissenschaftlers nicht würdig.



Und hier das Original:
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,518640,00.html

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