Sonntag, 26. August 2012

Der Abend im August

Der Dunstschleier über Getreide
Wie der Geist der Weide
Er ist nicht mehr sommerlich
Er hängt nur und er berauscht nicht
Die Seelen der gefallenen Weizenstangen
Sie bleiben nicht lange
Morgen sind sie nur noch naßer Staub
Gefallenes geruchloses Laub

Sonntag, 19. August 2012

Die Worte vom Kreuz

Heute Nacht träumte ich vom Kreuz. Zum ersten Mal im Leben. Ein seltsamer Traum, den ich jedoch, was  noch seltener ist, sofort nach dem Aufwachen auf  die vielen Sendungen und Gottesdienstbesuche der Ostertage zurückführte. Ein Selbstbetrug, eine Flucht, vor dem Zwang, sich der tieferen Bedeutung dieser Bilder zu stellen. Ein Freund fragte mich darauf, wie oft ich schon im Leben einen ähnlichen Traum gehabt hätte. Natürlich noch nie. Dabei durchlebte ich verschiedene Phasen, von denen manche von einer oft sehr naiven Religiosität übererfüllt waren.  Nein, ein Kreuz sah ich noch nie, allen Geheimwünschen zum Trotz.
Ich war in einem Getümmel, eine Menschenmenge, die entweder auf das Spielende wartete oder eine andere Veranstaltung sollte gerade beginnen. Genauer weiß ich nicht. Plötzlich sah ich ein Kreuz vor mir, es war nicht groß, vielleicht etwas größer als ich. Das Kreuz wurde offenbar von einer anderen Person getragen, die offensichtlich mit der Menge unterwegs war. Ich empfand eine Mischung aus Neugier und Freunde. Die Person vor dem Kreuz drehte sich um. Sie war mir unbekannt, dennoch entstand sofort ein Vertrauen zwischen uns. Die Person redete mit einer angenehmen Stimme mit mir.  Dummerweise kann ich mich jetzt nicht mehr an den Inhalt dieser Worte erinnern. Sie wirkten eher beruhigend, sonst aber nicht von Belang. Erstaunlicherweise fielen dieses Gespräch und gar die Person den anderen in der Menge nicht auf.
Ein schöner Traum, eine der wenigen, an welche ich mich nach dem Aufwachen erinnern kann.
Nur die Worte, die zu mir gesagt wurden, die hätte ich so gerne behalten.  

Montag, 13. August 2012

Augusttage


Die Augusttage erinnern mich an einen Mann von Anfang 50. Stark wie die Mittagssonne und trotzdem ermüdet er schnell, wie der Tag abends kühl wird. Das heiße Temperament ist  für die Umgebung erträglich. Nicht so ungezügelt, wie der Jüngling Juli.
Das Ende ist noch zu weit, um zu trauern, und zu nah zum Träumen. Anders als im Mai sind nun die schönen Tage greifbar und sie vergehen.  Ich neige dazu, im üppigen Grün nach dem Gelben zu suchen. Gestern zeigte mir meine Frau die ersten herunterfallenden Blätter. Ich staunte unehrlich, da ich sie schon vorher gesehen hatte, die ersten Gelben.